Unser Heimatort Scheuring

Die Gemeinde Scheuring

Die Chronik der Gemeinde Scheuring

Zur Gemeinde Scheuring gehören vier Ortsteile: das Pfarrdorf Scheuring, die Einöden Haltenberg und Zollhaus sowie das Gut Lichtenberg.

Mit der Gemeinde Prittriching bildet Scheuring eine Verwaltungsgemeinschaft.

Lage und Ortsbild

Scheuring liegt im nördlichen Teil des Landkreises Landsberg und grenzt im Norden an Prittriching, im Süden an die Gemeinden Weil und Kaufering sowie im Westen an die Gemeinde Obermeitingen und an den Landkreis Augsburg (Regierungsbezirk Schwaben). Die Scheuringer Flur erstreckt sich überwiegend im Tal des Lechs und des Mühlbachs. Im flachen Gelände breiten sich hauptsächlich Wiesen und Auwälder aus, südlich und östlich des Dorfes Ackerland. Die Ortsteile Lichtenberg und Haltenberg liegen 2 bzw. 3,5 km südwestlich von Scheuring an der steilen Lechleite. Das Dorf entwickelte sich aus zwei Ortskernen um die beiden Kirchen, die heute noch das Ortsbild bestimmen.

Erstnennung und Ortsgeschichte

Die diskutierten Erstnennungen von 1085 und 1030 basieren auf zwei Ausfertigungen einer Urkunde, die jedoch erst Mitte des 12. Jhs. oder später erstellt wurden. Unter Ludwig dem Frommen war der Lechrain und auch das Gebiet um Scheuring in den Besitz der Welfen gelangt. 1217 dotiert Kaiser Friedrich II. das Kloster Benediktbeuern mit einem Hof in Scheuring. 1260 überträgt die Äbtissin von St. Stephan in Augsburg einen Hof in Schiringen dem Heinrich von Schiringen. Die Schiringer kommen bis 1507 in vielen Besitzurkunden vor. Um 1340 war Herzog Friedrich von Teck

im Lehensbesitz des Kirchensatzes, des Gerichts und der Ehaft in Scheuring. Im Krieg der bayerischen Herzöge wurde Scheuring 1372 niedergebrannt. Wieder aufgebaut kam es 1386 mit Lichtenberg an die bayerischen Herzöge Stephan und Johann, die den Zehent 1387 an das Kloster Schäftlarn verschenkten.

Die Mitte des 13. Jhs. im Zuge der staufischen Reichslandpolitik gegründete Burg Lichtenberg war eine vom Reich lehenbare Burg, die urkundlich erstmals 1354 erwähnt wird. In ihren Besitz fiel im 14. Jh. Kirchensatz und Kirchvogtei zu Scheuring, für 1442 ist erwähnt, dass Scheuring gerichtlich zu Lichtenberg gehört. Die Besitzverhältnisse des 14.-17. Jhs. sind geprägt durch häufige pfand- und lehensweise Vergaben durch die bayerischen Herzöge. Hermann von Hegnenberg-Haldenberg ließ Mitte des 13. Jhs. eine Burg auf dem Hochufer des Lechs anlegen, die später als Schloss ausgebaut wurde. Ab 1666 blieb Schloss Lichtenberg mit der Hofmark Scheuring und dem Schloss Haltenberg in unmittelbarem Besitz der bayerischen Kurfürsten, die die beiden Schlösser für Sommeraufenthalte nutzten. Mitte des 18. Jhs. bestehen neben dem fürstlichen Besitz in Scheuring Grundherrschaften der Klöster Schäftlarn und Wessobrunn, des Spitals Weilheim, der Kirche und der Gmain Scheuring. Das prunkvolle Schloss Lichtenberg, 1687 von Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi erbaut, wurde 1808 von General von Wrede abgebrochen, das Baumaterial für Militärgebäude in Augsburg verwendet. Beim Teilabbruch des Schlosses Haltenberg 1802-11 blieb ein 10 m hoher Stumpf des Burgfrieds, Umfassungsmauern der Wohnbauten und der Burgkapelle St. Erasmus aus der ersten Hälfte des 15. Jhs. erhalten (s. auch Beitrag Huber).

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